Zu gut, um wahr zu sein? – Brustvergrößerung mit Eigenfett

Hdready breast augmentation with fat

Brustvergrößerungen gehören nach wie vor zu den Schönheitsoperationen, die am häufigsten durchgeführt werden. Allein in den USA haben 2015 knapp 300.000 Frauen ihre Brüste vergrößern lassen. Der allgemeine Trend in der Schönheitsindustrie zu mehr Natürlichkeit gilt auch für Brust-OPs. Inzwischen wollen die meisten Patientinnen nach ihrer Brustvergrößerung ein B- oder C-Körbchen haben, berichten Schönheitschirurgen.

Im Jahr 2016 hat auch die Anzahl der „Fat Graftings“, also dem Nutzen von Eigenfett bei Schönheitsoperationen, stark zugenommen. Für viele Patienten ist diese Methode besonders attraktiv: Sie verlieren Fett an ungewollten Stellen und es kann gleichzeitig genutzt werden, um andere Bereiche aufzufüllen. Eine Win-Win-Situation quasi. Zusätzlicher Vorteil der Eigenfettverpflanzung ist eine natürlichere Optik, als wenn Implantate verwendet werden.

Wie läuft eine Brustvergrößerung mit Eigenfett ab?

Für eine Brustvergrößerung mit Eigenfetttransfer, in der Fachsprache Mammaaugmentation, muss zunächst per Liposuktion Fett abgesaugt und dann per Injektion in die Brust eingebracht werden. Die Liposuktion wird in der Regel am Bauch, den Oberschenkeln (Reiterhosen) oder der Hüfte (Love Handles) durchgeführt.

Der Schönheitschirurg bestimmt eine Donorseite und saugt dann dort das Fett ab. Diese Methode zur Fettabsaugung ist eine, bei der keine lebenden Fettzellen zerstört werden. Das abgesaugte Material, bestehend aus Fett und Flüssigkeit, wird gereinigt und aufbereitet und als reines Fett seitlich in die Brust eingespritzt. Beim Einspritzen verwendet der Arzt eine Kanüle, sodass möglichst wenige kleine Gefäße verletzt werden. So wird verhindert, dass die eingespritzten Fettzellen absterben. Über diesen Prozess wird das eingebrachte Fett in das Fettgewebe der Brust integriert und die Brüste werden größer.

Für wen ist eine Brustvergrößerung mit Eigenfetttransfer geeignet?

Grundsätzlich ist Fat Grafting in Kombination mit einer Brustvergrößerung die beste Wahl für Frauen, die ein möglichst natürliches Ergebnis und keine typische Implantat-Optik möchten. Die idealen Kandidatinnen sind Frauen, die eine kleine Vergrößerung ihrer Brust und keine Bruststraffung erreichen möchten. Außerdem benötigen sie Regionen, aus denen das Fett gewonnen werden kann, die sogenannten Donorseiten.

Die besten Ergebnisse erreichen Schönheitschirurgen bei jüngeren Patientinnen, die nicht rauchen und einen gesunden Kreislauf haben. Außerdem wichtig sind die allgemeine Gesundheit und das Gewicht der Frauen. Der Heilungsprozess verläuft bei gesunden, nicht rauchenden Patientinnen deutlich schneller als bei solchen, die sich ungesund ernähren oder rauchen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Fett, was für den Transfer verwendet werden soll. Schönheitschirurgen sprechen häufig von „gutem Fett“, das für einen Eigenfetttransfer vorhanden sein sollte.

Was sind die Vorteile einer Brustvergrößerung mit Eigenfett?

Eine „natürliche“ Brustvergrößerung hat einige Vorteile. Brüste, die mit Eigenfett aufgebaut wurden, haben nicht das typische Implantat-Feeling und wirken auch optisch anders. Wenn keine Implantate verwendet werden, können auch keine Komplikationen wie Verkapselungen, Entzündungen oder das Abstoßen von Implantaten auftreten. Außerdem sind Fettzellen lebendige Zellen, die viele Proteine produzieren, die Elastizität, Struktur und Gesundheit der Haut verbessern.

Brüste, die mit Eigenfett vergrößert wurden, haben praktisch keine Narben. Zudem brauchen sich Patientinnen keine Gedanken über wandernde Implantate oder einen Austausch nach einer bestimmten Zeit zu machen. Die Injektion des Fettes und somit auch Form und Haptik der Brust können individuell durch die Patientin bestimmt werden.

Der größte Vorteil ist für die meisten Frauen der 2 in 1 Effekt dieser Art der Brustvergrößerung. Ungewolltes Fett verschwindet und wird an gewünschter Stelle wieder in den Körper eingebracht. Dies ist sogar möglich, wenn bereits Brustimplantate vorhanden sind.

Was sollte man beachten?

Der größte Unterschied zu einer Brustvergrößerung mit Implantaten ist der, dass die Optik der Brust nach der OP nicht zu 100% vorhersagbar ist. Da lebende Fettzellen injiziert werden, kann die Fettabsorption unterschiedlich stark erfolgen und zu eventuellen Asymmetrien führen.

Die Fettzellen in der Brust verhalten sich wie jede andere Fettzelle im Körper. Nimmt man zu, werden sie größer, verliert man an Körpergewicht, nehmen sie ab. Außerdem altern Fettzellen auch und Brüste, die durch einen Fettzellentransfer vergrößert werden, sind deshalb nicht vor den Zeichen der Zeit geschützt. Auch sie können ihre Form und Elastizität mit dem Alter verlieren.