Den richtigen Arzt finden

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Sich für eine Operation an Nase, Brust oder Po zu entscheiden, ist nur der erste Schritt: Wie findet man den richtigen Schönheitschirurgen? Es gibt Grundregeln, an die Patienten sich halten können

Plastischer Chirurg oder Schönheitschirurg

Der Titel Schönheitschirurg auf dem Klingelschild sagt wenig aus, denn er ist nicht geschützt. In die Fachgesellschaft der Plastischen Chirurgen, die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) wird nur aufgenommen, wer entweder "Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie" oder "Facharzt für Plastische Chirurgie" ist. Daran können sich Operationswillige orientieren. Um Plastischer Chirurg zu werden, müssen nach dem Medizinstudium eine sechsjährige Weiterbildung und die Facharztprüfung absolviert werden. Bei der Suche kommt es auf die genaue Wortwahl an: Nur wie angegeben sind die Facharzttitel geschützt, Kosmetischer Chirurg oder Ästhetischer Chirurg kann sich jeder Arzt nennen. Es gab in Deutschland 2011 nach Angaben der DGPRÄC weniger als 1000 einschlägige Fachärzte.

Beratung:

Wer sich tatsächlich operieren lassen will, dem helfen alle Bücher, Zeitschriften und Forenbeiträge nicht weiter: Das persönliche Gespräch mit mindestens einem Plastischen Chirurgen ist entscheidend. Nur der Facharzt kann im Beratungsgespräch individuelle Informationen vermitteln. Die DGPRÄC rät, sich vor der Auswahl eines geeigneten Arztes Gedanken über die eigenen Wünsche zu machen und sich bei Freunden und Bekannten zu erkundigen, die bereits Erfahrungen gesammelt haben. Teil des Beratungsgesprächs sollten Details über die Operation und mögliche Komplikationen sein. Falls der Arzt nicht von sich aus darauf aufmerksam macht, sollte der zukünftige Patient daran denken, eine zweite Meinung von einem weiteren Facharzt einzuholen

Klinik oder Praxis

Viele Eingriffe können in Praxen oder Praxiskliniken durchgeführt werden. Bei größeren Eingriffen ist es besser, die Infrastruktur eines Krankenhauses zur Verfügung zu haben. Über das Risiko der eigenen Operation und die Frage, ob diese in der Praxis, in einer Belegklinik oder einem Krankenhaus erfolgen sollte, müssen Operationswillige im Beratungsgespräch mit dem Plastischen Chirurgen sprechen

Die Arztwahl

Der Patient sollte seinem Arzt vertrauen. Im Beratungsgespräch gehört die Frage dazu, wie viel Erfahrung der Arzt mit dem gewünschten Eingriff hat. Ausweichende Antworten sind ein schlechtes Zeichen. Thematisiert werden sollte auch die Frage, warum die Operation überhaupt gewünscht wird und ob es nicht Alternativen gibt. Selbstverständlich muss der Operateur die Technik, den OP-Ablauf und die Risiken erläutern. Fallen dem Patienten später noch Fragen ein, muss der Operateur auch dann erreichbar sein, zum Beispiel telefonisch oder per E-Mail

Warnsignale

Vorsichtig sollte man werden, wenn der Arzt sich nicht für die Beweggründe, die Vorgeschichte und Erkrankungen interessiert. Auch wenn der Operateur vorschlägt, mehr zu operieren, als man selbst eigentlich wollte, ist das ein Warnsignal. Wer Operationen als problemlos und ohne Risiko schildert, ist nicht glaubwürdig. Aufpassen sollten Patienten auch bei Operateuren, die neue Methoden anpreisen. Sehr kurzfristige OP-Termine lassen zu wenig Zeit zum Nachdenken, man sollte sich nie zu einem Termin drängeln lassen. Eine Anzahlung für die Operation beim Erstgespräch ist unüblich.

Quelle: www.spiegel.de