Kann man nach einer Brustvergrößerung stillen?

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Je früher sich Frauen für eine Brustvergrößerung entscheiden, desto mehr beschäftigt sie die Frage, ob sie nach einer Brustvergrößerung noch in der Lage sein werden, zu stillen. In den meisten Fällen raten Schönheitschirurgen dazu, den Wunsch nach größeren Brüsten vorerst aufzuschieben, wenn die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist.

Diese Empfehlung beruht aber nicht auf der Stillfähigkeit nach einer Brust-OP, sondern liegt darin begründet, dass sich jede Brust, ob operiert oder nicht, durch Schwangerschaft und Stillen verändert. Damit das OP-Ergebnis nicht verfälscht wird und um einer Zweitoperation bzw. Korrektur vorzubeugen, sollten man, wenn möglich, eine Brustvergrößerung erst nach abgeschlossener Familienplanung durchführen lassen.

Ist nun aber der Wunsch nach einer Schönheitsoperation der Brüste in jungen Jahren sehr ausgeprägt, sind die folgenden Kriterien für die Fähigkeit zu stillen ausschlaggebend:

Anatomische Ausgangssituation

Um abschätzen zu können, wie viel Milch eine Frau produzieren kann, ist die anatomische Ausgangssituation vor einer Brustvergrößerung wichtig. Es gibt verschiedene Arten von Brüsten, die generell weniger Milchdrüsen aufweisen und mit denen es somit nach einer Vergrößerung eher zu Stillproblemen kommen kann.

Hierbei geht es nicht um die Größe der Brüste, sondern um medizinisch definierte Brustfehlbildungen. Dazu gehören unter anderem tubuläre Brüste, auch Schlauch- oder Rüsselbrüste genannt, weit auseinander stehende Brüste, mit mehr einem Abstand von mehr als 3,5 cm voneinander, unter- bzw. unentwickelte Brüste und asymmetrische Brüste.

Wer vor einer Brustvergrößerung eine der genannten Fehlbildungen hatte, wird nach der OP sehr wahrscheinlich nur eine geringe Milchproduktion haben oder im Extremfall gar nicht stillen können. Im Vorgespräch vor der Brust-OP mit dem Schönheitschirurgen sollte ein Stillwunsch deshalb in jedem Fall angesprochen werden. Der Facharzt kann nach einer ersten Untersuchung beurteilen, wie viele Milchdrüsen vorhanden sind und ob diese nach einer Brustvergrößerung noch Milch produzieren würden.

Art der Brustvergrößerung

Neben der anatomischen Ausgangssituation ist vor allem entscheidend, wie die Brustvergrößerung durchgeführt wird, also von wo der Chirurg die Implantate einsetzen wird. Jeder chirurgische Eingriff bedeutet den Verlust von Nerven, weil sie beim Schnitt durchtrennt werden.
Brustimplantate können über verschiedene Einschnittstellen eingesetzt werden: Der Schönheitschirurg kann den Schnitt unter der Achsel (axilläre Schnittführung), unter der Brust (Brustfaltenschnitt), um den Brustwarzenhof (Areolaschnitt), am Brustwarzenrand (Thelenschnitt) oder am Bauchnabel (transumbilicaler Schnitt) durchführen.

Schnitte in der Nähe der Brustwarze haben so gut wie unsichtbare Narben, führen allerdings auch zu den meisten Nervenverletzungen in diesem Bereich. Je mehr Nerven verletzt werden, desto höher ist Wahrscheinlichkeit, dass es Probleme beim Stillen nach der Brustvergrößerung gibt.

Der Ort des Einschnitts für die Brustvergrößerung hat direkten Einfluss auf die Fähigkeit zur Milchbildung. Ein Schnitt unter der Achsel oder in der Brustfalte ist besser geeignet, wenn Frauen nach der Brust-OP noch stillen möchten. Die transumbilicale Technik wäre ebenfalls geeignet, wird aber weltweit nur sehr wenig eingesetzt, da sie andere Nachteile hat.

Entscheidet sich eine Frau für eine Brustvergrößerung mit Unterbrustfaltenschnitt oder einem Einsetzen der Implantate über die Achselhöhle, kann sie mit großer Wahrscheinlichkeit auch nach der OP stillen. Diese Wahrscheinlichkeit wird zusätzlich erhöht, wenn die Implantate unter dem Brustmuskel eingesetzt werden. Implantate, die direkt unter den Milchdrüsen sitzen, können Druck auf die Drüsen ausüben oder den Milchfluss stören. Je weiter entfernt die Implantate von den Milchdrüsen positioniert werden, desto besser bleibt die Stillfähigkeit der Patientin erhalten.

Frauen mit operierten Brüsten können stillen

Im Internet findet man viele Erfahrungsberichte von Frauen, die nach einer Brustvergrößerung erfolgreich ihre Kinder gestillt haben. Selbst wenn die Brustvergrößerung mit einem Schnitt an der Brustwarze vorgenommen wurde, bleibt bei einigen Frauen die Stillfähigkeit erhalten. Bester Indikator hierfür ist, wie viel Gefühl nach der OP noch im Brustwarzenbereich vorhanden ist. Eine der größten Sorgen vieler Patientinnen vor der Schönheits-OP ist also unbegründet: Auch nach einer Brust-OP können Frauen stillen, sofern die anatomischen Voraussetzungen bereits vor der Operation gegeben waren.