Einfluss der sozialen Medien auf Schönheit und Medizin – Teil 3

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Eine Welt ohne Facebook, Instagram, YouTube, Snapchat und Co ist kaum mehr vorstellbar. Noch vor rund 15 Jahren waren die sozialen Medien, die heute so wichtig sind, überhaupt kein Thema. Ständige Erreichbarkeit, weitreichende Vernetzung und vielfältige Möglichkeiten zum Veröffentlichen von Bildern und Videos haben sowohl Vor- als auch Nachteile.

Trends in der Schönheitschirurgie

Im Jahr 2015 führte die Internetseite RealSelf eine Umfrage zu Schönheits-OPs durch. Den Besuchern der Webseite wurde die folgende Frage gestellt: „Haben die sozialen Medien Sie beeinflusst, über eine Schönheitsoperation nachzudenken oder diese durchführen zu lassen?“ Ganze 15 Prozent der Befragten beantworteten diese Frage direkt mit „ja“. Weitere 33 Prozent gaben an, dass sie sich eine Veränderung gewünscht hatten. Durch Fotos in den sozialen Medien verfestigte sich dieser Wunsch.

Fast 50 Prozent der Befragten waren also durch die sozialen Medien beeinflusst worden. Laut Prognosen müsste diese Zahl in den Jahren 2016 und 2017 noch größer sein. Jedes Foto, insbesondere jedes Selfie, in den sozialen Medien erinnert ständig daran, wie man aussieht.

Hat man „Problemzonen“, wie Tränensäcke, Doppelkinn, Hakennase oder Reiterhosen, wird man auch auf diese bei jedem Besuch des eigenen Profils aufmerksam. Laut einer Umfrage der American Academy of Facial and Reconstructive Surgery (AAFRS) haben die Anfragen von Patienten, die auf ihren online Profilen besser aussehen möchten, um 31 Prozent zugenommen. Im Rahmen der Umfrage wurden mehr als 750 plastische Chirurgen in Amerika befragt.

Einer von ihnen, Sam Rizk, M.D., erklärte diese Entwicklung so: „Wir leben in einer sehr visuellen Welt und müssen quasi erwarten, dass wir „gegoogelt“ oder „gefacebooked“ werden, bevor wir jemanden persönlich treffen, sei es beruflich oder privat. Zu mir kommen viele Männer und Frauen, die Führungskräfte oder hochrangige Mitarbeiter in Unternehmen sind. Sie stehen also im Licht der Öffentlichkeit. Sie werden viel fotografiert und sie wissen nie, wo diese Fotos überall gepostet werden. Durch HD-Fernseher, Facebook, Instagram und YouTube ist es sehr wichtig geworden, wie man auf Fotos und in Videos aussieht. Dafür lassen viele Menschen gern kosmetische und chirurgische Behandlungen durchführen, von Botox bis zu einem Halslifting.“

„Einmal wie mit dem Instagram-Filter, bitte.“

Schönheitschirurgen auf der ganzen Welt haben außerdem einen weiteren Trend beobachtet. In den letzten Jahren bringen Patienten vermehrt Selfies oder bearbeitete Fotos von sich selbst mit zu ihrem Beratungsgespräch. Viele möchten nicht mehr aussehen wie Schauspieler oder Sängerinnen. Sie wollen viel mehr „das Beste aus sich herausholen“ lassen und zeigen dem Arzt deshalb die Bilder, in denen sie sich selbst am besten gefallen.

Unabhängig davon, ob das Vorbild für die Schönheitsoperation oder Behandlung ein Selbstportrait oder das Foto eines Prominenten ist, ein guter Arzt klärt seine Patienten über alle Möglichkeiten auf und weist auch auf Risiken hin. Schönheitschirurgen mit gutem Ruf finden die meisten Interessierten heutzutage auch über die sozialen Medien oder über Plattformen wie RealSelf.

Tom Seery, Gründer und CEO von RealSelf, sagte in einem Interview: „Wir sehen, dass mehr als die Hälfte der Patienten im Bereich der plastischen Chirurgie für ein Jahr oder länger nach Informationen zu ihrem gewünschten Eingriff suchen. Sie informieren sich über die Ärzte und vertrauen dabei vor allem auf Kommentare ihrer Bekannten und Erfahrungsberichte im Internet. Außerdem berufen sie sich auf Informationen von medizinischen Experten, die zum Beispiel Fragen beantworten. Um die Wichtigkeit der sozialen Medien für Kliniken hervorzuheben, weise ich Ärzte auf die folgende Statistik hin: Jeder vierte erwachsene US-Amerikaner teilt seine Erfahrungen im Gesundheitsbereich in den sozialen Medien.“

Deshalb haben gut ausgebildete Ärzte, die selbst online aktiv sind, bei den Nutzern der sozialen Medien meist den besten Ruf. Chirurgen sollten authentisch sein und auch von unrealistischen Vorstellungen abraten. Eine Schönheitsoperation sollte immer für einen selbst sein. Sie sollte nicht dafür genutzt werden, um andere zu beeindrucken. Es ist eine großartige Sache, wenn man bei Instagram, Facebook und Co gut aussieht. Aber viel wichtiger ist es, sich selbst und seinen Körper zu lieben.