Einfluss der sozialen Medien auf Schönheit und Medizin – Teil 2

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Eine Welt ohne Facebook, Instagram, YouTube, Snapchat und Co ist kaum mehr vorstellbar. Noch vor rund 15 Jahren waren die sozialen Medien, die heute so wichtig sind, überhaupt kein Thema. Ständige Erreichbarkeit, weitreichende Vernetzung und vielfältige Möglichkeiten zum Veröffentlichen von Bildern und Videos haben sowohl Vor- als auch Nachteile.

Mut zur Natürlichkeit

In Teil 1 dieser Serie wurden die sozialen Medien definiert und der Selfie-Trend, den einige Experten als gefährlich empfinden, erläutert. Neben „Am I pretty or ugly?“ Videos und Postings gibt es in den sozialen Medien ein weiteres Phänomen: Den Mut zur Natürlichkeit. Mit dem „No-Filter-Trend“ sind Fotos gemeint, die ohne Bearbeitung gepostet werden. Die User markieren sie mit Hashtags wie „uglyselfie“ oder „nomakeup“ und zeigen sich ungeschminkt und in lustigen Posen.

Wenn das perfekte Selfie misslingt und dennoch gepostet wird, hat es häufig den Hashtag „epic fails“. Diese Bilder zeigen unvorteilhafte Posen, schlechtes Make-Up oder komische Frisuren. Die Kommentare und Reaktionen auf die „epic fails“-Fotos sind meist positiv und zeigen, dass niemand ausschließlich perfekte Momente erlebt und diese in Bildern festhält. Sie zeigen das echte Leben, in dem eben auch Dinge schief gehen oder merkwürdig aussehen können.

Genau das ist eine der wichtigsten positiven Funktionen der sozialen Medien. Sie haben das Potenzial, unrealistische Ideale und Vorstellungen zu relativieren. Insbesondere für Teenager und junge Erwachsene, die in der Regel nach Bestätigung und Konformität streben, ist dies von Bedeutung.

Die sozialen Medien haben großen Einfluss, sowohl positiven als auch negativen. Sie helfen, mit anderen in Kontakt zu treten und „sozial“ zu sein. Sie können sich sogar positiv auf das Selbstbewusstsein auswirken und eine Plattform für besondere Talente sein. Wer aus seiner Peer-Gruppe allerdings nur Druck und Beleidigungen erhält, kann darunter sehr leiden.

Celebrities und soziale Medien

Prominente müssen heutzutage nicht mehr Sänger, Schauspieler oder Profi-Sportler sein. Zur neuen Generation der Celebrities gehören auch YouTube-Stars, Instagram-Nutzer und Inhaber von Facebook-Seiten oder Twitter-Accounts. Sie setzen Trends und haben in der Regel eine große Anzahl Follower. Sie sind die Idole der Generationen Y und Z, die seltener in Magazine und Zeitschriften schaut.

Generation Y und Generation Z sind die Generationen, die von Geburt an mit dem Internet aufgewachsen sind. Für sie ist eine Welt ohne „online“ zu sein unvorstellbar. Ihre Vorbilder sind Fitnesstrainer, Models, Blogger und andere Influencer, die online in den sozialen Medien erfolgreich sind.

Eines der berühmtesten Beispiele ist das Model Katie May. Sie nutzte Instagram und Snapchat neben anderen sozialen Medien und wurde ohne eine Agentur weltberühmt. Zum Zeitpunkt ihres Todes hatte sie mehr als 1 Million Follower bei Instagram. Über sie gab es aber nie einen Wikipedia-Eintrag. Zum Vergleich: Den Instagram Account des Supermodels Chloe Sevgini verfolgen nur rund 280.000 Personen.

Auch Kayla Itsines ist ein Social Media Influencer mit großem Erfolg. Die australische Fitnesstrainerin verkauft einen online Guide zum Abnehmen und Fit werden, ihren „Bikini Body Guide“. Auf ihrem Instagram Profil postet sie Selbstportraits, motivierende Zitate und kleine Ausschnitte des Guides, den man kaufen kann. Ihrem Account folgen mehr als 8,6 Millionen Menschen. Besonders beliebt sind die Vorher-Nachher-Fotos der Teilnehmer ihres Abnehmprogramms.

Plastische Chirurgie in den sozialen Medien

Ob die Nutzer der sozialen Medien Schauspieler, Sportler oder einfach „Instafamous“ sind, ihr Aussehen ist ihnen in den meisten Fällen sehr wichtig. Einige machen ein großes Geheimnis darum, ob sie eine Schönheits-OP haben machen lassen. Wieder andere posten auf ihren Profilen öffentlich Vorher-Nachher-Bilder der Eingriffe und geben alle Details bekannt.

Für Schönheitschirurgen sind die sozialen Medien eine Chance. Sie können sich, ihre Arbeit und ihre Klinik dort präsentieren und so neue Patienten gewinnen. Besonders effektiv sind Postings der behandelten Patienten, die dann zur jeweiligen Klink oder ihrem Arzt verlinken. Unternehmen aller Art nutzen diese „Re-Posts“ oder „Re-Tweets“, um mehr Aufmerksamkeit für ihre Produkte zu bekommen.

Lesen Sie in Teil 3 mehr darüber, welche Verbindung zwischen Schönheitsoperationen und den sozialen Medien besteht.